Das Thema SELBSTLIEBE ist IN!

Spätestens seit Liebe dich selbst und es ist egal wen Du heiratest, ist das Thema Selbstliebe in aller Munde. Zu Recht! Denn sie ist tatsächlich der Schlüssel zu vielen Schlössern in unserem Leben. Auch die Erotik profitiert im höchsten Maße davon. Die Frage, die sich jedoch stellt ist:

Wie geht Selbstliebe? Wie schaffe ich es, mich selbst zu lieben?

Genügt es wirklich, mantraartig vor dem Spiegel die Worte „Ich liebe mich“ zu wiederholen? Ist Selbstliebe, sich regelmäßig bei Massage verwöhnen zu lassen, um dem stressigen Alltag zu entfliehen? Oder ist Selbstliebe, sich Schuhe, Taschen und Klamotten zu kaufen, nachdem endlich die 10 Kilo „zu viel“ herunter sind? Oder ist es gar, eben nicht abzunehmen, weil man sich schließlich selbst lieben soll, so wie man ist?

Meine Antwort auf diese Fragen lautet:

Es ist alles und gleichzeitig wieder nichts davon! 

Stell dir den Menschen vor deinem geistigen Auge vor, den Du liebst… Wer ist das? Dein Mann? Deine Kinder? Deine Nichte? Dein Neffe? Deine Eltern?

Und nun stell dir vor, wie Du diesen Menschen behandeln würdest und wie Du wolltest, dass dieser Mensch von anderen behandelt wird. Und natürlich kannst Du dir auch vorstellen, wie dieser Mensch am besten sich selbst behandeln sollte. Du würdest diesem Menschen sicherlich Respekt, Achtung und Wertschätzung entgegenbringen. Du wärst ehrlich zu ihm, selbst wenn Ehrlichkeit schmerzen könnte. Du würdest selbstverständlich auf seine Gefühle Rücksicht nehmen, aber dennoch zu seiner Weiterentwicklung beitragen. Du würdest ihn positiv bestärken und fördern, wo immer es dir möglich ist. Du würdest dir wünschen, dass dieser Mensch von anderen mit der gleichen Achtung behandelt wird, wie Du es tust und dass sie wohlwollend mit ihm sind. Weiter würde es dich freuen, wenn dieser Mensch gleichzeitig auch gut für sich sorgt. Dass er beispielsweise „Nein“ sagen kann, wenn er etwas nicht möchte und kein gesundheitsschädigendes Verhalten an den Tag legt.

Die Psychotherapeutin Dunja Voos beschreibt in ihrem Blogartikel von Medizin-im-Text „Du musst lernen, dich selbst zu lieben„, dass wir als soziale Wesen auf liebevolle Beziehungen uns nahestehender Menschen angewiesen sind, wenn wir Selbstliebe empfinden wollen. Doch was bedeutet LIEBEN wirklich?

Was ist Liebe? Liebe ist die Abwesenheit des Urteils - Dalai Lama

Was ist Liebe? Liebe ist die Abwesenheit des Urteils – Dalai Lama

Ein Weg, wie wir uns und anderen sicherlich nicht nahe kommen, ist das ständige Bewerten und Kritisieren. Manche Menschen machen das Kritisieren von anderen förmlich zu einem Sport und lassen kein gutes Haar an nichts. Sie selbst sind der Meinung, sie wären wache Menschen und würden nicht in der Masse mitschwimmen, doch das Gegenteil ist der Fall: Denn die Masse kritisiert und moralisiert ebenso ständig. Wer hart mit anderen ist, ist das auch mit sich. Indem wir lieben, verbinden wir uns. Nicht-Lieben trennt.

Bewertungen von Dingen entstehen in unserem Geist

Am 1. Dezember 2016 besuchte ich ein Seminar von Hermann Scherer an der Hochschule Coburg und er brachte ein provokantes Beispiel zum Thema Bewertungen: Er fragte ins Publikum, ob wir es gut gefunden hätten, dass 2004 beim Tsunami in Thailand 200.000 Menschen ums Leben gekommen wären. – Ein Raunen ging durch die Menge. Er wies darauf hin, dass es sehr wohl Kulturen gäbe, in denen der Tod eine Art Erlösung darstellen würde und damit einhergehend ein Zustand sei, der zu erreichen und das vorausgehende Leben eine Bürde wäre.

Und so wie für manche Menschen das Glas halbvoll ist, ist es für andere halbleer. All das machen wir mit unseren Gedanken. Menschen, die wir wirklich lieben, verurteilen wir nicht. Vielleicht versuchen wir sie zu verstehen – aber nicht einmal das ist nötig. Wir fühlen uns wohl in einer Umgebung, in der wir vorurteilsfrei angenommen werden. Warum sollten wir uns also nicht selbst urteilsfrei annehmen?

Meine 5 Tipps – um Selbstliebe zu lernen:

Tipp 1: Meditation

So wie Selbstliebe ist auch Meditation in aller Munde. Eben drum. Die beiden sind lediglich 2 Seiten derselben Medaille. In der Meditation lernst Du, von allem loszulassen, was in unserer Welt vermeintlich wichtig ist. Du lernst, mit dir alleine zu sein und ganz bei dir zu bleiben. Du lernst dich in der Stille und fernab von Jubel, Trubel, Heiterkeit kennen. Du lernst, deine aufkommenden Gefühle anzunehmen. In absoluter Stille und unabgelenkt können verdrängte Inhalte wieder ins Bewusstsein steigen und schmerzhafte Gefühle verursachen. Diese Gefühle der Angst, Unsicherheit, Scham, Wut dürfen von dir liebevoll angenommen werden. Denn nicht nur der vermeintlich unerwünschte Körper, wünscht sich, angenommen zu werden, auch die vermeintlich unerwünschten Gefühle warten darauf, endlich sein zu dürfen. Für Meditations-Beginner empfehle ich diese Bücher:

Tipp 2: Liebevolle Menschen

Wenngleich uns die Meditation lehrt, wie Alleinsein und das bedingungslose Annehmen von uns selbst funktioniert, heißt das nicht, dass wir gegen Angriffe gefeit sind. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn wir lernen zu lieben, fällt der Panzer und wir werden weich im Herzen. Ein erfülltes Herz braucht keinen Panzer. Nichtsdestoweniger ist es nicht unsere Aufgabe, als Fußabtreter oder Sündenbock anderer Menschen herzuhalten. Sei es in der eigenen Familie oder am Arbeitsplatz. Du darfst dich Menschen entziehen, die dich weder wertschätzend noch wohlwollend behandeln.

Ich habe unterschiedliche Erfahrungen mit meiner eigenen Veränderung gemacht. Du darfst davon ausgehen, dass die Menschen in deinem nahen Umfeld sehr schnell bemerken, wenn Du dich veränderst. Nun gibt es zwei Arten damit umzugehen: Während einige davon sich für dich freuen, weil Du auf einem guten Weg bist, werden andere ein Störgefühl empfinden, weil Dinge nicht mehr den gewohnten Gang gehen. Hermann Scherer nannte es auch: Chaos veruraschen. In dem Moment, in dem Du dich veränderst, verursachst Du erst einmal Chaos im Gedanken- und Synapsenkonstrukt der anderen. Das mögen die nicht!

Daher: Umgib dich mit Menschen, die wohlwollend mit dir sind, die deine Potentiale sehen, dich fördern und stärken. Das können auch unbequeme Menschen sein. Nicht verwechseln an dieser Stelle!

Tipp 3: Sei liebevoll zu dir!

Wie ich weiter oben geschrieben habe: Wie würdest Du einen Menschen behandeln, den Du liebst? Wie würdest Du wollen, dass dieser Mensch sich selbst behandelt? Ich frage einfach weiter:

Würdest Du wollen,

  • dass dieser Mensch raucht?
  • dass er viel Alkohol trinkt?
  • dass er sich täglich mit Süßigkeiten vollstopft?
  • dass er sich täglich von Fast Food ernährt?
  • dass er zu wenig Wasser trinkt?
  • dass er nur Cola trinkt?
  • dass er sich kaum bewegt, bzw. einseitig bewegt (zu viel sitzt, liegt, steht)?
  • dass er als Workaholic kaum zur Ruhe kommt?
  • dass er seine Familie vernachlässigt, um viel Geld zu verdienen?
  • dass er sich in einer Opferrolle befindet und den ganzen Tag jammert?
  • dass er negativ denkt und alles schwarz malt?

Ich glaube anhand dieser Negativ-Beispiele wird sehr deutlich, wie selbstzerstörerisches Verhalten aussehen kann, denn genau das ist es. All das ist das Gegenteil von Liebe. Sich selbst gut zu behandeln, heißt, auf Körper, Geist und Seele zu achten.

Tipp 4: Höre auf dich zu vergleichen

Jeder von uns ist als Individuum geboren und mit allen Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgestattet, die wir uns möglich machen. Ein kleines Beispiel: Mit 12 Jahren besuchte ich noch das Gymnasium. Meine beiden schlechtesten Fächer waren Mathematik und Latein – in beiden Fächern eine glatte 6! Vorrücken – ade! 20 Jahre später entschloss ich mich dazu, mein Abitur nachzuholen. Ich schloss Mathe mit einer 1, und das große Latinum mit einer 2 ab. Wir sind also auch, was wir glauben zu sein. Als erwachsene Frau war ich schlichtweg davon überzeugt, es zu können. Der Rest war Fleiß und ein Riesenspaß an der Sache!

Wenn wir uns nun tagtäglich mit Bildern aus der Werbung vergleichen, stellen wir immer wieder fest, was uns trennt vom Idealbild. Trennung = das Gegenteil von Liebe. Wir haben unsere Mängel im Blick und erfahren, was es alles an uns zu verändern gäbe.

Barbara Schöneberger hatte den redlichen Ansatz, ihr Magazin für Frauen würde alles anders machen. Bei ihr würden Frauen nicht unter Druck gesetzt werden, so oder so aussehen zu müssen. Bereits auf den ersten Seiten lächelte mir ein retouchiertes Loreal-Model entgegen: Kaum eine Pore war mehr sichtbar. Fehlgeschlagen, dieses Experiment. Frauenmagazine kommen zur Finanzierung und Gewinnerzielung nicht um Anzeigen von Großkunden herum. Und auch diese gehen wieder einher mit bestimmten Idealbildern, die sukszessive suggerieren, welches Idealbild gewünscht ist. Und nur schon alleine die Anzeige für die Anti-Cellulite-Creme sagt mir: Cellulite ist unerwünscht – die muss da weg.

Daher: Werfen Sie diese Magazine getrost in den Müll! Wenn Sie sich über gewisse Themen informieren möchten, können Sie das auch gezielt.

Tipp 5: Fange damit an – JETZT!

So! Vom Lesen alleine ändert sich gar nichts! Deshalb: Fange damit an, und zwar sofort! Jeder Tag ist eine neue Chance. Und jeder gelebte und nicht genutzte Tag ist ein verlorener Tag. Du hast es in der Hand! Leg los! Pack’s an! Es ist dein Leben! JETZT!